DAYANA: Was ist los, Mari? Du machst schon den ganzen Morgen so ein Gesicht.
MARISOL: [mit Tränen in den Augen] Ach, du weißt schon.
DAYANA: Der Yerri?
MARISOL: Ach, es ist immer das gleiche. Alles bleibt an mir hängen. Gerardo macht im Haus keinen Finger krumm. Und ich zahle alles, Auto, Miete, die Klamotten für die Kleine, Kindergarten... Gestern haben wir uns gezofft und ich hab zu ihm gesagt, er soll sich endlich einen gescheiten Job suchen. Und weißt du, was er zu mir gesagt hat? "Geld interessiert mich nicht." Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll.
DAYANA: Hör zu Schwester, ich geb dir einen Rat, den mir meine Mutter gegeben hat. Du und ich, wir haben uns entschieden, Karriere zu machen. Die Männer, die du suchst, die das Geld ranschaffen, die wollen nur Frauen, die den ganzen Tag zuhause sitzen und Babys wickeln. Für uns bleiben nur die Faulenzer übrig. Das geht mir mit meinem Typen ganz genauso. Wenn dein Yerri nichts verdient, dann bleibt dir nichts anderes übrig als das Täschchen aufzumachen und zu zahlen. Aber ich sag dir was. Dann musste du auch dafür sorgen, dass er dich von vorne bis hinten bedient. Ich hab meinen Hector gut erzogen, der bringt mir das Frühstück ans Bett, kauft ein und räumt die Wohnung auf. Gut, manchmal stellt er sich doof. Aber ich hab ihm gesagt, "Schau her, Papi. Die Wohnung gehört mir, das Auto auch. Wenn du keine Lust mehr hast, deinen Teil zu übernehmen, dann bist du ganz schnell hier raus. Dann packst du deine Unterhosen zusammen, mehr hast du eh nicht mitgebracht, und gehst, aber zack-zack."
